Herr Steinbrenner legte eine Vollbremsung hin. Es war früh am Morgen, er war auf dem Weg zur Arbeit. Wie immer fuhr er - noch nicht ganz wach - durch ein Wohngebiet. Und da stand der Elefant auf der Fahrbahn.
Herr Steinbrenner kurbelte das Fenster herunter, spürte die kalte Luft, klatschte fest in die Hände um zu überprüfen ob er sich nicht in einem Traum befände. Er fand aber keine näheren Hinweise.
Stand dann dieser verärgerte Elefant auf der Straße weil er sich gestern gebenüber seinem Sohn über Benjamin Blümchen lustig gemacht hatte ? Elefanten sollen ja telepathisch begabt sein. Und dann hatte er einem Kollegen gesagt er benehme sich wie ein Elefant im Porzellanladen.
Bei diesen Gedanken begann Herr Steinbrenner etwas zu zittern. Der Elefant starrte ihn unentwegt an.
Und hatte er sich nicht auch über Ganesha den Elefantengott amüsiert ? Wie man sich solche Gottheiten ausdenken könne ?
"Vergib mir Ganesha ! Ich habe nicht an Dich geglaubt. Aber jetzt hast Du mir bewiesen dass Du existierst !" begann Herr Steinbrenner den Elefanten anzubeten.
Ein Lastwagen mit der Aufschrift "Circus Pastelli" kam aus der Gegenrichtung angefahren und hielt hinter dem Elefanten. Vier Männer stürzten heraus und führten den kleinen indischen Elefanten in den Wagen. Kurz bevor er die Rampe hochstieg schien er Herrn Steinbrenner zuzuzwinkern.
Herr Steinbrenner saß noch eine ganze Weile regungslos im Auto. Sein Leben hatte sich geändert.
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Donnerstag, November 16, 2006
Freitag, November 10, 2006
Spirituelles Handgepäck
Eine lange Schlange an der Sicherheitskontrolle des Flughafens. Geschäftsleute, Familien auf dem Weg in den Urlaub. Allgemeine Unruhe, nervöse Blicke auf die Uhr, Protestäußerungen.
In der Schlange ein asiatisch aussehender Mann mit weißer Mönchskutte. Stoisch in der Schlange stehend. In den Händen hält er einen verschlossenen Tonkrug.
Schließlich steht er an der Kontrolle.
"Flüssigkeiten können Sie nicht mit an Bord nehmen. Geben Sie den Behälter bitte ab."
"Dieses Behältnis transportiert nichts irdisches" erwidert der Mönch mit weicher Stimme und leichtem Akzent.
"Dann öffnen Sie bitte den Behälter" fordert der Mann vom Sicherheitspersonal.
"Das kann ich nicht, dann entweicht es."
Der Mann in Uniform wird nervös: "Gas ? Ich rufe Verstärkung."
Aber die beruhigende Stimme wirkt:" Nein, das Gefäß ist angefüllt mit spirituellem Inhalt."
"Tut mir leid, wenn ich es nicht kontrollieren kann dürfen sie es nicht mitnehmen."
Die anderen Mitwartenden beginnen schon laut zu protestieren, "was macht der Spinner da", "darf so einer überhaupt alleine reisen" sind ein paar der Bemerkungen.
Bei dem völlig gefaßt und ruhig wirkendem Mönch ist eine leichte Verzweiflung zu spüren. Er klammert sich fest an den Tonkrug und schaut um sich, auf Rettung wartend. Die kommt von hinten.
"Sie wollen also einen Geist transportieren, dürfen aber kein Gefäß mit ins Flugzeug nehmen ?" erschallt eine laute Stimme mit australischem Akzent.
Der Mönch schaut sich um. Ein kräftiger Mann, gekleidet wie für das Outback, mit riesigem Hut. "Das ist kein Geist..."
"Sie wollen nach Bangkok ? Da fliege ich auch hin. Ich könnte ihr Phantom unter dem Hut mitnehmen."
Der Mönch denkt kurz nach und ist begeistert. So kann nichts entweichen !
Der Australier kniet sich nieder, der Mönche öffnet das Gefäß und füllt den nicht wahrnehmbaren Inhalt unter den Hut. Dabei versucht er den Australier zu beruhigen: "Das ist völlig harmlos. Gute und glückliche Ideen, Erfahrung..."
"Mir macht das nichts. Bei uns gibt es so manches seltsames da draußen."
Der Mönch strahlt. Fehlt es dem spontanen Helfer an Würde und Respekt vor dem Spirituellen, so hat er doch ein gutes Herz, einen wachen Geist und ist offen für das Immaterielle. Im Gegensatz zu den anderen Menschen in der Schlange.
Wenig später sieht man ein erstaunliches Paar tief in ein Gespräch versunken beim Gate an der Bar sitzen - vor sich einen Tee und ein Bier.
In der Schlange ein asiatisch aussehender Mann mit weißer Mönchskutte. Stoisch in der Schlange stehend. In den Händen hält er einen verschlossenen Tonkrug.
Schließlich steht er an der Kontrolle.
"Flüssigkeiten können Sie nicht mit an Bord nehmen. Geben Sie den Behälter bitte ab."
"Dieses Behältnis transportiert nichts irdisches" erwidert der Mönch mit weicher Stimme und leichtem Akzent.
"Dann öffnen Sie bitte den Behälter" fordert der Mann vom Sicherheitspersonal.
"Das kann ich nicht, dann entweicht es."
Der Mann in Uniform wird nervös: "Gas ? Ich rufe Verstärkung."
Aber die beruhigende Stimme wirkt:" Nein, das Gefäß ist angefüllt mit spirituellem Inhalt."
"Tut mir leid, wenn ich es nicht kontrollieren kann dürfen sie es nicht mitnehmen."
Die anderen Mitwartenden beginnen schon laut zu protestieren, "was macht der Spinner da", "darf so einer überhaupt alleine reisen" sind ein paar der Bemerkungen.
Bei dem völlig gefaßt und ruhig wirkendem Mönch ist eine leichte Verzweiflung zu spüren. Er klammert sich fest an den Tonkrug und schaut um sich, auf Rettung wartend. Die kommt von hinten.
"Sie wollen also einen Geist transportieren, dürfen aber kein Gefäß mit ins Flugzeug nehmen ?" erschallt eine laute Stimme mit australischem Akzent.
Der Mönch schaut sich um. Ein kräftiger Mann, gekleidet wie für das Outback, mit riesigem Hut. "Das ist kein Geist..."
"Sie wollen nach Bangkok ? Da fliege ich auch hin. Ich könnte ihr Phantom unter dem Hut mitnehmen."
Der Mönch denkt kurz nach und ist begeistert. So kann nichts entweichen !
Der Australier kniet sich nieder, der Mönche öffnet das Gefäß und füllt den nicht wahrnehmbaren Inhalt unter den Hut. Dabei versucht er den Australier zu beruhigen: "Das ist völlig harmlos. Gute und glückliche Ideen, Erfahrung..."
"Mir macht das nichts. Bei uns gibt es so manches seltsames da draußen."
Der Mönch strahlt. Fehlt es dem spontanen Helfer an Würde und Respekt vor dem Spirituellen, so hat er doch ein gutes Herz, einen wachen Geist und ist offen für das Immaterielle. Im Gegensatz zu den anderen Menschen in der Schlange.
Wenig später sieht man ein erstaunliches Paar tief in ein Gespräch versunken beim Gate an der Bar sitzen - vor sich einen Tee und ein Bier.
Mittwoch, Oktober 25, 2006
Wer schenkt uns den Morgenhimmel
An diesem Morgen erwachte Kiriakos Loupetis in besonders guter Stimmung. Er wußte sogleich, heute nacht hat er ein besonders eindrucksvolles Kunstwerk geschaffen, vergänglich wie alle anderen Kreationen seines Œuvres. Im Moment war aber noch nichts davon zu sehen. Er frühstückte mit seiner Frau die nichts von seinen schlafend vollbrachten Meisterleistungen ahnte, und machte sich auf den Weg in die Arbeit.
Als eine halbe Stunde später langsam die Sonne aufging bestätigte ihn der Blick aus dem Fenster. Die mit weichem Schwung auf die Himmelsleinwand gemalten Wolken leuchteten hellrot im frühen Morgenlicht. Eine Mischung aus Wellen, Watte, Schaum und geometrischen Verwerfungen. Und natürlich kein starres Gemälde, sondern alles in Bewegung, in stetiger Änderung.
Während er sich einen Kaffee vom Automaten holte dachte er darüber nach dass heute sicher wieder viele Leute bewundernd auf den Himmel schauen werden. Und auf so verrückte Dinge kommen wie dass dies ein meteorologisches, physikalisches Phänomen sei. Dabei liegt es auf der Hand sagte er sich, dass dies nur von Göttern geschaffen werden kann. Und in dieser künstlerisch herausragenden Gestaltung nur von griechischen Göttern. Auch wenn diese nicht mehr alle im Olymp zusammengepfercht wohnen sondern über die ganze Welt verteilt sind.
In seiner Rolle als Gestalter des Morgenhimmels fühlte er sich richtig wohl. Aber er hätte nur mal gerne andere Götter kennengelernt. Georgius Tsiliakas, den freundlichen Mann hinter der Theke des Tabak- und Zeitschriftenkiosks hatte er schon länger in Verdacht. Vielleicht sollte er ihn einfach mal auf einen Kaffee einladen.
Zufrieden kehrte er an seinen Schreibtisch zurück. Es ist ein gutes Gefühl zu wissen dass man anderen Menschen eine Freude macht, ihren Morgen verzaubert, ohne irgendetwas dafür zu erwarten.
Als eine halbe Stunde später langsam die Sonne aufging bestätigte ihn der Blick aus dem Fenster. Die mit weichem Schwung auf die Himmelsleinwand gemalten Wolken leuchteten hellrot im frühen Morgenlicht. Eine Mischung aus Wellen, Watte, Schaum und geometrischen Verwerfungen. Und natürlich kein starres Gemälde, sondern alles in Bewegung, in stetiger Änderung.
Während er sich einen Kaffee vom Automaten holte dachte er darüber nach dass heute sicher wieder viele Leute bewundernd auf den Himmel schauen werden. Und auf so verrückte Dinge kommen wie dass dies ein meteorologisches, physikalisches Phänomen sei. Dabei liegt es auf der Hand sagte er sich, dass dies nur von Göttern geschaffen werden kann. Und in dieser künstlerisch herausragenden Gestaltung nur von griechischen Göttern. Auch wenn diese nicht mehr alle im Olymp zusammengepfercht wohnen sondern über die ganze Welt verteilt sind.
In seiner Rolle als Gestalter des Morgenhimmels fühlte er sich richtig wohl. Aber er hätte nur mal gerne andere Götter kennengelernt. Georgius Tsiliakas, den freundlichen Mann hinter der Theke des Tabak- und Zeitschriftenkiosks hatte er schon länger in Verdacht. Vielleicht sollte er ihn einfach mal auf einen Kaffee einladen.
Zufrieden kehrte er an seinen Schreibtisch zurück. Es ist ein gutes Gefühl zu wissen dass man anderen Menschen eine Freude macht, ihren Morgen verzaubert, ohne irgendetwas dafür zu erwarten.
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